Freitag, 25. November 2016

Morgenmalen: Eigene Mauern

Du hast gelernt, Dich einzumauern, um die Reste Deines gebrochenen Herzens zu schützen.
Zu groß waren die Verletzungen von außen. Zu viele falsche Versprechungen, zu viele Enttäuschungen, zu viel Ablehnung hast Du im Laufe Deines Lebens erfahren.
Du denkst, Du musst Deine Träume und Wünsche, Deine Talente, Deine Buntheit, alles, was Dich als Person ausmacht, gegen den Rest der Welt verteidigen.
Wie einen Schatz hast Du das alles in Dir eingeschlossen und versiegelt.
Und da liegt er nun, Dein Schatz. Manche haben versucht, sich Dir zu nähern. Einige mit Hammergewalt und die anderen vorsichtig und zaghaft, wie ein Specht, der an einen Baum klopft.
Sie haben angeklopft, weil sie so hellsichtig waren, durch Deine Mauern Dein wahres Ich zu sehen. Hast Du sie gehört? Hast Du sie erkannt? Deine Freunde, Deine Familie, Deine Wegbegleiter und Lehrer?
Wie lange willst Du Dich noch hinter Deinen Mauern verschanzen? Du bist Ok, Du bist schön, Du bist ein Wunder! Weisst Du, wo Du den Schlüssel zu Deiner Tür vergraben hast?
Es ist so schade, wenn Du Dich nicht zeigst. Wenn Du Dein Licht nicht strahlen läßt und Dich aufrichtest und den Platz einnimmst, den Du brauchst und den Du voll und ganz ausfüllen darfst.
Was brauchst Du? Was muss geheilt werden, damit Du Du sein und werden kannst?

Morgenmalen: Eigene Mauern