Freitag, 25. November 2016

Morgenmalen: Eigene Mauern

Du hast gelernt, Dich einzumauern, um die Reste Deines gebrochenen Herzens zu schützen.
Zu groß waren die Verletzungen von außen. Zu viele falsche Versprechungen, zu viele Enttäuschungen, zu viel Ablehnung hast Du im Laufe Deines Lebens erfahren.
Du denkst, Du musst Deine Träume und Wünsche, Deine Talente, Deine Buntheit, alles, was Dich als Person ausmacht, gegen den Rest der Welt verteidigen.
Wie einen Schatz hast Du das alles in Dir eingeschlossen und versiegelt.
Und da liegt er nun, Dein Schatz. Manche haben versucht, sich Dir zu nähern. Einige mit Hammergewalt und die anderen vorsichtig und zaghaft, wie ein Specht, der an einen Baum klopft.
Sie haben angeklopft, weil sie so hellsichtig waren, durch Deine Mauern Dein wahres Ich zu sehen. Hast Du sie gehört? Hast Du sie erkannt? Deine Freunde, Deine Familie, Deine Wegbegleiter und Lehrer?
Wie lange willst Du Dich noch hinter Deinen Mauern verschanzen? Du bist Ok, Du bist schön, Du bist ein Wunder! Weisst Du, wo Du den Schlüssel zu Deiner Tür vergraben hast?
Es ist so schade, wenn Du Dich nicht zeigst. Wenn Du Dein Licht nicht strahlen läßt und Dich aufrichtest und den Platz einnimmst, den Du brauchst und den Du voll und ganz ausfüllen darfst.
Was brauchst Du? Was muss geheilt werden, damit Du Du sein und werden kannst?

Morgenmalen: Eigene Mauern



Dienstag, 22. November 2016

Morgenmalen: Dankbar für die eigenen Fehler

Sie hatte so viel Wissen in sich angesammelt. Es aufgesogen wie ein Schwamm. Alles Gelernte wirbelte um sie herum und sie hatte Mühe, alles zu ordnen und für sich nutzbar zu machen.
Sie fühlte sich voller Energie. Das neu Gelernte gab ihr die Möglichkeit sich zu erneuern, zu verändern und weiter zu entwickeln.
Sie merkte, dass auch Wissen einem Lebenszyklus unterliegt. Es stirbt und erneuert sich. Und so erneuerten sich auch ihre Sichtweisen und ihre Erfahrungen. Das neue Wissen brachte neue Wege mit sich. Und die Energie in ihr wollte, dass sie losging, um das neue Wissen zu erfahren und für sie selbst umzusetzen: Das Wissen in ihr wollte erfahren werden.
Und sie wusste, egal, wie viel sie gelernt hatte, es gab keine Abkürzungen. Es gab die Möglichkeit, ein paar Fehler, die andere gemacht hatten, zu vermeiden - dafür würde sie ihre ganz eigenen Fehler machen, um daraus zu lernen.
Sie merkte, dass es nicht darum ging, Fehler zu vermeiden, sondern Erfahrungen zu machen.
Und plötzlich war sie dankbar für all ihre Fehler, also Erfahrungen, die sie bisher machen durfte. Denn sonst hätte sie sich nie zu diesem Menschen entwickeln können, der sie heute war.


Morgenmalen: Dankbar für die eigenen Fehler


Donnerstag, 10. November 2016

Morgenmalen Neue Welten

In der Nacht hatte sie sich von den Sternen leiten lassen und war in tiefem Vertrauen an das Leben eingeschlafen.
Es war der erste neue Tag auf ihrem Schiff und der Morgen begrüßte sie in sanften Farben. Sie war überwältigt und tief berührt vom Anblick, der sich darbot. In ihrer Lehrzeit hatte sie viel über die neuen Welten, Ansichten, Einsichten und Erfahrungen gehört und gelesen. Sie hätte aber nicht gedacht, dass sie gleich zu Beginn ihrer Reise so viel Schönheit erleben durfte. Ihr Herz lachte und sie war so froh, dass sie sich auf den Weg gemacht hatte und sie wollte mehr: mehr sehen, mehr erleben, mehr erfahren. Und sie nahm sich fest vor, diesen ersten wunderbaren Tag festzuhalten, um sich an ihn erinnern zu können, wenn stürmische Zeiten oder Flauten mit Zweifeln auf sie zukommen sollten. Dieser eine Morgen war genau der eine Grund, warum sie sich auf den Weg gemacht hatte, und sie genoß ihn in vollen Zügen.

Morgenmalen Neue Welten


...wie es weiter geht...

Dienstag, 8. November 2016

Morgenmalen Leinen los

Der Morgen begrüßte sie mit einem unbeschreiblichen Farbenspiel.
Sie stand auf ihrem Schiff. Heute stach sie in See. Sie hatte gepackt - Karte, Kompass und der Himmel über ihr, würden sie leiten.
Sie hatte sich gut vorbereitet, und sie hatte eine Klarheit für ihr Ziel in sich, die nur noch die Entscheidung für den Beginn der Reise zuließ.
Die Zweifel und Ängste waren dem Vertrauen gewichen, dass sie nun ihren Weg gehen und auch unterwegs immer die Hilfe finden würde, die sie benötigte.
Sie war bereit und spürte die Energie und Freude in sich aufsteigen - holte tief Luft und machte die Leinen los.


Montag, 7. November 2016

Morgenmalen Hauch von Freiheit

Am nächsten Morgen stand sie mit ihrem Gepäck, einem Kompass und ihrer Ausrüstung an ihrem Schiff.

Da bist Du ja! Schön Dich zu sehen! Darf ich Dir helfen, die Leinen loszumachen?
Ja, gerne. Und kannst Du mir bitte erklären, wie ich das Schiff steuere?

So standen sie noch lange und sie lernte alles, was sie sich nur merken konnte und war bereit in See zu stechen.
Sie dachte über die letzten Tage nach, über ihre Träume, die Angst davor, ihren eigenen Weg zu gehen und verstand plötzlich, warum sie das alles hatte durchleben müssen. Bisher war sie immer im sicheren Hafen gewesen und hatte vor sich hin gelebt. Es gab keinen Grund, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, denn alle Befindlichkeiten und Wünsche wurden von anderen bedient. Sie hatte bisher zwar viel gemacht, aber ihre Entscheidungen hatten nicht so viel Auswirkung gehabt, dass sie dafür wirklich etwas hätte verlieren können.
Jetzt war das anders. Sie wußte, dass sie ab jetzt selbst ihr Leben in die Hand nehmen und auch dafür grade stehen musste, wenn etwas schief ging. Die Erfahrungen, von denen sie bisher gelesen hatte, würde sie nun selbst machen. Sie tat einen mutigen Schritt auf ihr Schiff. Es schwankte und sie hatte Mühe, ihre Balance zu finden. Sie atmete tief durch und setzte sich. Das Meer meinte es heute gut mit ihr. Das Wasser war ruhig und die Sonne wärmte sie angenehm. Heute würde sie üben. Sie würde in den ruhigen Hafengewässern bleiben und wenn es Nacht würde, zurückkehren. Sie stieß sich ab und spürte einen Hauch von Freiheit auf ihrer Haut.




Morgenmalen Ein Hauch von Freiheit








Samstag, 5. November 2016

Morgenmalen Vertrauen

Sie stand am Steg bei ihrem Schiff und nahm die frische Morgenluft, die wärmende Sonne und das Meer wahr. Erstaunt stellte sie fest, dass sie nicht allein war, überall fuhren Schiffe auf dem ruhigen Wasser. Sie atmete den salzigen Geruch des Meeres ein und schaute sich ihr Schiff genauer an.  Ihr wurde klar sie wollte ihre Träume leben und dazu musste sie ihren ganz eigenen Weg gehen. Und das bedeutete jetzt, sich in unbekannte Gewässer zu begeben und das Navigieren ihres Schiffes zu lernen. Sie schaute den anderen Schiffen noch den ganzen Tag zu und lernte, was sie vom Steg aus von der Schifffahrt lernen konnte. Sie wusste, dass sie es schaffen würde. Sie begann sich und dem Leben wieder zu vertrauen. Sie würde viel Mut brauchen. Die Angst war immer noch da - nicht mehr so mächtig, aber so, dass sie ihr den nächsten Schritt sehr schwer machte. So saß sie noch lange auf dem Steg und blieb bis die Nacht den letzten Sonnenuntergangsstrahl verabschiedet hatte. Die Sterne würden sie leiten. Und in ihr begannen neues Vertrauen und Lust auf ihr Abenteuer zu wachsen.

Morgenmalen Vertrauen