Montag, 24. Oktober 2016

Morgenmalen Wandelmut

Bereit, zurück in die Stadt zu gehen, richtete sie sich auf, streckte sich und schüttelte die alten Gedanken ab. Sie öffnete die Augen und musste unweigerlich lächeln. Ein Schmetterling tanzte vor ihr auf und ab; gerade so als wäre er eigens zu ihr gekommen, um ihr eine Botschaft zu vermitteln. In ihrem Inneren stieg das alte Wissen auf, was es mit Wandlung auf sich hatte. "Du musst Dich verpuppen, komplett auflösen, um dann zu einem Schmetterling zu werden", sagte sie sanft vor sich hin. Ihr Leben lang hatte sie diesen Satz mantrenhaft vor sich hin gesagt und jetzt, wo es darauf ankam, hatte sie ihn fast vergessen. Ihr wurde klar, dass sie ihren eigenen Weg gehen wollte und dass sie sich von der Angst des ersten Hindernisses nicht in das bequeme Leben, das so gar nicht ihres war, zurückdrängen lassen wollte. Ruhig schaute sie dem Tanz des Schmetterlings zu, bedanke sich bei ihm für die Botschaft, holte tief Luft, nahm all ihren Mut zusammen und drehte sich zu ihrem Schiff um.

Morgenmalen Wandelmut

Freitag, 21. Oktober 2016

Morgenmalen Auf dem Steg

Sie kniete noch eine ganze Weile auf dem Steg, an dem ihr Schiff festgemacht war. Ihr Blick war gegen die Stadt gerichtet und sie bereitete sich darauf vor, wieder zurückzukehren. Irgendwo würde es schon ein kleines, sicheres, bequemes Plätzchen für sie geben, wo sie sich mit dem Rest ihrer Träume zurückziehen konnte. Sie konnte noch gar nicht begreifen, was da eigentlich passiert war. Sie brauchte Zeit - zum Nachdenken, zum Trauern, zum Ordnen. Sie wollte aufstehen und sich auf den Weg machen und spürte, wie sie innerlich zurückgehalten wurde. Sollte es das wirklich gewesen sein? Wollte sie wirklich zurück in diese Welt, der sie fast schon verachtend den Rücken zugekehrt hatte? Sie fühlte sich wie eine Versagerin. Sie war doch immer so stark gewesen und jetzt waren ihre Pläne zerplatzt wie Seifenblasen. Was war mit ihr passiert?
Was hatte es mit diesem Schiff auf sich, das sie auf einmal als Kapitän selbst steuern sollte? Was hatte sie so erschreckt?

Morgenmalen Auf dem Steg

Mittwoch, 19. Oktober 2016

Morgenmalen Verbrannte Träume

Der Morgen schmeckte fahl. Ihre Glieder schmerzten, und sie bekam ihren Kopf nicht frei. Sie hatte schlecht geschlafen in dieser Nacht. Alpträume hatten sie geplagt und sie hatte die große Schlacht ihrer Träume gegen das Heer der Angst verloren. Ihre Pläne und Wünsche lagen zerfetzt auf dem Schlachtfeld und der Rest ihrer heruntergebrannten Träume rauchte beißend durch den frostkalten Morgen. Sie spürte innerlich eine Trauer, die so tief ging und sie selbst so sehr betraf. Sie war auf dem Weg, ein Stück von sich selbst zu begraben. Die Sinnlosigkeit, die sich plötzlich vor ihr und ihrem Leben auftat war grenzenlos und überwältigte sie.


Morgenmalen Verbrannte Träume

Dienstag, 18. Oktober 2016

Morgenmalen Sicherer im Hafen

Das hätte sie jetzt nicht gedacht. Sie hatte sich so gut auf die Reise vorbereitet und war immer davon ausgegangen, gefahren zu werden. Ihre Pläne, Wünsche, Träume - ihr neues Leben hatte sie im Gepäck. Und jetzt das!
Dass sie selbst nun das Schiff als Kapitän lenken sollte, verstörte sie total. Sie spürte die Angst in sich hochkriechen und malte sich das, was da kommen könnte, in den furchtbarsten Bildern aus.
Da gab es keinen Platz mehr für sie und ihre Träume. Ihr blieb die Luft weg und sie entschied, dass es wohl hier im Hafen sicherer wäre.

Morgenmalen Sicherer im Hafen

Montag, 17. Oktober 2016

Morgenmalen: Es ist Dein Schiff

Am Hafen.

Entschuldigung, ist das mein Schiff?
Ja, das ist Dein Schiff.
Prima, danke, hier ist mein Ticket.
Oh, das ist seltsam.
Was ist seltsam? Stimmt mit meinem Ticket etwas nicht?
Nein, das Ticket ist in Ordnung. - Aber Du brauchst gar keines.
Wie? Ich brauche keines? Es ist doch mein Schiff, mit dem ich fahre?
Genau, es ist Dein Schiff, mit dem Du fährst.
Ich verstehe nicht...
Es ist Dein Schiff - Du bist der Kapitän.
Nein!
Doch! Und deshalb brauchst Du auch kein Ticket. Also, steig ein, ich helfe Dir die Leinen los zu machen.
Nein, da steig ich nicht ein... das kann ich nicht...

Morgenmalen: Es ist Dein Schiff


Freitag, 14. Oktober 2016

Morgenmalen Herbstwirbel

... Morgenmalen ... 25 Minuten im Atelier ... im eigenen Tempo -  mit dem, was mir wichtig ist, in Kontakt kommen und den Tag beginnen ...

Sie steht da und ist noch nicht ganz bereit. Der Herbst hat einiges aufgewirbelt und ihre Sommermomente durcheinander geweht. Die spürt die Bewegung, den Wechsel, die Veränderung. Sie nimmt das Chaos wahr, wehrt sich innerlich dagegen, mitzugehen und überlegt kurz, was sie dagegen tun kann. Nach einem kurzen Aufschrei, dass das Leben nicht fair sei und sie sich darum jetzt nicht kümmern möchte, lässt sie ihren Widerstand mit ein paar Tränen los, atmet tief durch und macht sich ans Werk.


Morgenmalen Herbstwirbel





Morgenmalen Seelenflug

Seelenflug
Sanft geführt
Verbunden
Getragen
Frei
Offen für Begegnung

Donnerstag, 13. Oktober 2016

Morgenmalen Sonne umarmen

... Atelier ... Kaffee ... Papier ... Farbe ... früh am Morgen...


Die Sonne umarmt sie mit all ihrer Kraft. Das Leben wärmt und erhellt sich. So empfängt sie die Energie für den kommenden Tag. Verbunden mit Himmel, Sonne, Wasser und Erde begibt sie sich in ihr schöpferisches Tun. Kommt an, findet Neues, lässt Altes los und geht weiter. Immer in dem Wissen, dass dieser Tag ein Geschenk ist und gelebt werden will.

Morgenmalen: Sonne umarmen



Dienstag, 11. Oktober 2016

Morgenmalen: Frei fliegen

...früh am Morgen ... gerade gefrühstückt ... inspiriert mich das Morgenmalen und gibt mir eine neue Sicht für den kommenden Tag...

Fliegen will sie - frei sein. Der frische Morgen umgibt sie mit all seiner Kraft und verleiht ihr die Ahnung, dass sie eines Tages Flügel haben wird. Noch ist es nicht an der Zeit. Die Metamorphose ist noch nicht vollzogen. Wie bei einer Raupe, die sich erst alles Iridische und Materielle einverleibt, um sich dann als Puppe aufzulösen und selbst zu verdauen, um wieder ganz neu zu einem Schmetterling zu werden. So wird sie noch festgehalten von ihrem Leben hier auf der Erde, sie muss noch viel lernen und vieles wird ihr nicht erspart bleiben, bevor sie ihre Flügel bekommen wird. Aber das schreckt sie nicht. Sie weiß darum und spürt, dass schon viele vor ihr diesen Weg gegangen sind und auch sie sich vertrauensvoll dem Leben hingeben darf.

Morgenmalen, Frei fliegen




Morgenmalen Dankbarkeit

... 25 Minuten ganz mit mir allein im KreativOrt ...Farben ... Pinsel, Spachteln, Hände ... Ruhe..

Die Sonne färbt die Nacht und verwandelt sie in diesen neuen Tag. Sie steht ganz still und achtsam. Verwurzelt streckt sie ihre Arme tanzend in den bunten Himmel, der ihre Seele an die Verbundenheit mit allem erinnert. Das Einatmen beginnt und die kühle Frische, die sie weckt, erfüllt sie mit Dankbarkeit. Sie wird eins mit dem Moment und erkennt ihren Platz im Leben. Sie fühlt sich verbunden mit der Welt und allen Lebewesen und bedankt sich in Demut für das unbezahlbare Geschenk des Lebens.

Morgenmalen Dankbarkeit